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14.
Oktober
2014

KBD / GKB Feldtag in Großweitzschen, Sachsen

Der Verein für konservierenden Bodenbearbeitung Direktsaat Sachsen e. V., (KBD) mit Heiko Gläser und die Gesellschaft für konservierende Bodenbearbeitung e. V. (GKB) mit Jana Epperlein lassen sich jedes Jahr neue Herausforderungen an die Teilnehmer Ihrer Feldvorführung einfallen.  

Dieses Jahr war es die Tiefenlockerung unter einem bereits gedrillten und aufgelaufenem Zwischenfruchtbestand. Die Idee dahinter ist der bereits etablierten Zwischenfrucht ausreichend Platz zum Wurzeln zu geben und die durch die Lockerung geschaffenen Freiräume im Boden mit den Wurzeln lebend zu verbauen.

Die zur Verfügung gestellten Flächen sind lt. PD Dr. Voßhennrich ohne ein "Wenn …" Direktsaattauglich. D. h. das kein Zwischenfruchtanbau, eine besondere Fruchtfolge oder ähnliches auf diesen Flächen für gleichbleibende Erträge ohne Bodenbearbeitung nötig sind. Diese Verhältnisse treffen nur auf ganz wenige Standorte in Deutschland zu.

Diese Aufgabenstellung bringt viele offenen Fragen mit die auch in dem kurzen Versuch nicht abschliessend beantwortet sind.

Die zentrale Frage ist die Frage nach dem richtige Zeitpunkt, bzw. dem optimalen Stadium der Zwischenfrüchte für diese Art der Bearbeitung.

Die Zugmaschinen haben bei schwerem Zug immer etwas Schlupf. Große, breite bodenschonende Bereifung mit 800 bis 900 mm Breite nimmt bei einer 3m breiten Maschine knapp 2/3 der Arbeitsbreite ein. Wie stark ist die Zwischenfrucht nach der Bearbeitung durch die auftretenden Scherkräfte im Boden geschädigt?

Ist der Bestand zu klein, ist die Schädigung der jungen Pflanzen durch die Räder groß, ist der Bestand zu groß ist die Schädigung der Wurzeln recht groß und verursacht Wachstumsdepressionen, evtl reissen auch soviel Wurzeln ab das die Zwischenfrüchte eingehen.

Da die Veranstalter sich intensiv mit den teilnehmenden Herstellern auseinandergesetzt haben, war die Vorführfläche nach der erwarteten Intensität der Oberflächenbearbeitung gegliedert.

Die vorgestellten Maschinen erfüllten die Aufgabenstellung sehr unterschiedlich. Die Bodenoberflächen sahen nach der Vorführung von fast unbearbeitet mit schmalen Schlitzen bis komplett bearbeitet aus.

BEDNAR beteiligte sich mit dem Bednar TN3000RT. Der Bednar TN3000RT ist ein aufgesattelter 7Zinkiger, 3m breiter Tiefenlockerer mit nachlaufenden Doppelsternwalzen und einem über die komplette Maschinenbreite gehenden Reifenpacker der sowohl die Rückverfestigung als auch den Straßentransport übernimmt. Die bis zu 55 cm tief arbeitenden Zinken sind hydraulisch UND mechanisch gegen Überlast geschützt. Sollte also bei sehr großen Hindernissen im Boden wie Steine, Findlingen oder alten Fundamenten die Auslösehöhe der Schare nicht ausreichen, brechen die Schrauben und erlauben ein weiteres, noch höheres Ausweichen der Schare.


Die mit Seitenflügeln ausgerüsteten Lockerungszinken brechen den Boden mit Ihrer Spitze auf und die Seitenflügel heben den Boden an, ohne Unterboden nach oben zu holen. Aggressive Doppel-Sternwalzen mischen die Oberfläche, ebnen ein und sorgen für die gezielte Rückverfestigung. Auf extrem leichten und sandigen Standorten reicht oftmals die Tragfähigkeit der Sternwalzen nicht aus. Auf diesen Standorten trägt dann der Reifenpacker die Maschine mit.

Diese Möglichkeit haben sich die BEDNAR Leute zunutze gemacht und für die gestellte Aufgabe die Doppel-Sternewalzen komplett ausgehoben und die Maschine auf dem Reifenpacker laufen lassen. Nach der Bearbeitung blieben Zwischenfrüchte stehen. Durch die Seitenflügel wurde der Boden deutlich angehoben und mit dem Reifenpacker wieder leicht angedrückt. Da sich die Demonstration auf einen 100 m langen Streifen beschränkte und keine Zeit zum Umbauen zur Verfügung stand, haben die BEDNAR Mitarbeiter bewußt die Seitenflügel an den Zinken gelassen. Ohne die Seitenflügel wäre noch weniger Bodenbewegung an der Oberfläche möglich gewesen. Andererseits brechen aber schmale Zinken den feuchten Boden nur unzureichend auf und ziehen lediglich einen Schlitz. Ob dieser Schlitz die Erwartungen an eine durchgehende Lockerung erfüllt, sollte jeder Landwirt für seine Standorte und seinen Boden individuell entscheiden.

Für die zweite Spur ist dann auch die Doppel-Sternwalze abgesenkt und in Eingriff gebracht worden. Erwartungsgemäß erfolgte hier eine komplette Bearbeitung mit intensiven Einmischen der Zwischenfrüchte.

Der BEDNAR TN3000RT zeigte damit sein breites Einsatzspektrum. Der Landwirt kann sowohl die traditionelle Tiefenlockerung durchführen als auch neue Ideen, Möglichkeiten und Methoden ausprobieren.

Wir sind gespannt auf die weiteren Auswertungen von Heiko Gläser

Bernd Keil
Service Manager
Region: Deutschland